Überwachung: Deutschland will Uno-Sonderberichterstatter für Datenschutz
Ein Sonderberichterstatter der Uno soll sich künftig um das Recht auf Privatsphäre kümmern. Das fordern mehrere Staaten bei einer Konferenz des Uno-Menschenrechtsrats.
Ein Sonderberichterstatter der Uno soll sich künftig um das Recht auf Privatsphäre kümmern. Das fordern mehrere Staaten bei einer Konferenz des Uno-Menschenrechtsrats.
Der Geheimdienst darf dank eines neuen Gesetzes das Internet anzapfen. Was bedeutet das?
Geheimdienste sammeln Metadaten über die Kommunikation aller Bürger. Die Politiker wollen uns glauben machen, dass diese Daten nicht allzu viel aussagen. Ein Niederländer hat das überprüft und das Gegenteil demonstriert: Metadaten verraten viel mehr über dein Leben, als du denkst.
Eine Mehrheit der US-Bürger ist inzwischen nicht mehr sicher, dass die Überwachung durch NSA & Co. dem Interesse der Allgemeinheit dient. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine Umfrage, in der es auch um persönliche Konsequenzen der Befragten ging.
Hinter dem Schlagwort „Big Data“ verbirgt sich das Sammeln und Auswerten großer Mengen an Daten, um daraus neue Erkenntnisse zu generieren. Was Forschung, Wissenschaft und Unternehmen freut, ruft Datenschützer auf den Plan.
An der Supermarktkasse und im Taxi: Unternehmen können Kunden heute individuelle Preise vorsetzen – dank Big Data. Wer nicht aufpasst, zahlt drauf.
Die Überwachung des US-Geheimdienstes verstößt nach Ansicht des Wikipedia-Gründers gegen das Recht auf Privatsphäre. Er kündigt eine Sammelklage an.
Droht uns die Filter Bubble online wie offline? Wenn ja, wie finden wir wieder heraus? Oder haben Informationsblasen womöglich auch Vorteile? So oder so: Gefilterte Inhalte und von Algorithmen gelenkte User erfordern Mediensouveränität von jedem Einzelnen und von der Gesellschaft.
Freie Meinung bei Facebook? Von wegen. Eine Studie zeigt, dass die meisten User nicht posten, was sie wirklich denken. Wer dem Einheitsbrei entschlüpfen will, muss sich woanders im Netz rumtreiben. Ein Beitrag von Anna Bühler.
Facebook ist kaputt: Wir verhalten uns konform und ziehen es vor, uns der Mehrheitsmeinung anzuschließen anstatt uns als Andersdenkender zu outen. Schlimmer noch: Je mehr wir soziale Medien nutzen, desto weniger sind wir bereit, überhaupt unsere Meinung zu äußern. Ergebnisse einer amerikanischen Studie zur facebook’schen Diskussionskultur. Die sogenannte Schweigespirale sei auch im Netz angekommen.
Schweigespirale – WHAT?
Generationen von Kommunikationswissenschaftsstudenten hat Elisabeth Noelle-Neumanns Theorie der Schweigespirale aus den 70ern schon rauchende Köpfe beschert. Ihr zufolge ist die Bereitschaft, zu einer Meinung zu stehen größer, wenn man davon ausgeht, dass sie der Mehrheitsmeinung entspricht. Menschen hätten sogar Hemmungen, eine Meinung zu äußern, wenn sie nicht dem Gesellschafts-Tenor entspricht. Grund für die Zurückhaltung: die Angst vor der sozialen Isolation. Die Angst, als „Weirdo“ da zu stehen.
Doch ist es wirklich so leicht, die Schweigespirale der Netzwelt überzustülpen? Immerhin sind die Rahmenbedingungen andere: „Offline“ geben uns Fernsehen, Radio und die Presse ein Bild davon, welche Meinungen in der Gesellschaft gut ankommen. Auf Facebook sind es unsere Freunde. Also Menschen, die oft eh schon eine ähnliche Meinung haben wie man selbst, meint der Soziologe und Social Media-Fachmann Benedikt Köhler.
Auf Social Media-Plattformen haben wir ja keine Gesellschaft in dem Sinn, sondern wir leben in unseren eigenen Freundeskreisen oder Followerschaften. Das heißt, ich seh immer nur ein Fragment der Gesellschaft, nämlich das, was mein Freundeskreis denkt. (Benedikt Köhler, Soziologe)
Im Netz ist es also nicht eine Mehrheitsmeinung, die wir als Richtwert nutzen. Es ist die Meinung unserer persönlichen Filter Bubble. Nach dem Motto: Was die Protagonisten der eigenen Facebook-Timeline mit Likes und positiven Kommentaren honorieren, kann schließlich so verkehrt nicht sein.
Die Filter Bubble bietet hervorragende Voraussetzungen, sich im immer gleichen Gedankenkosmos zu verfangen. Sich – auch aus Bequemlichkeit – der Meinung von Menschen anzuschließen, die ohnehin dasselbe denken wie man selbst.
Trotzdem unterbinden soziale Netzwerke nicht per se das kritische Denken, wie viele aus den neuen Erkenntnissen schließen. Twitter ist da ein gutes Gegenbeispiel: Dank Hashtags oder Listenfunktionen ist es leicht, aus der eigenen Blase auszubrechen. Damit lassen sich Orte finden, an denen angeregte politische Diskussionen ohne gähnende Konformität sehr wohl möglich sind, glaubt Benedikt Köhler.
In den kurzen Twittermessages ist man gezwungen, etwas in wenigen Worten zu sagen. Dadurch kann man viel mehr missverstehen. Aber gerade dieses Missverstehen ist ein spannendes Moment, denn nur wenn ich etwas missverstehe, entsteht etwas Neues. (Benedikt Köhler)
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Der massive Hack eines SIM-Karten-Produzenten durch NSA und GCHQ verdeutlicht: Die Geheimdienste knacken jedes System, und das gleich mehrfach.
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