Durchbruch in Daten: Wie Milky Chance zu Weltstars wurden

Milky Chance, Weltstars aus Kassel: Ihre Single „Stolen Dance“ ist ein globaler Überhit. Wie hat das funktioniert? Wir haben die Erfolgsgeschichte von Milky Chance analysiert – mit Daten aus sozialen Netzwerken und Streaming-Diensten.

Wie wird man zu internationalen Popstars? Das wissen Clemens und Philipp von Milky Chance auch nicht so genau. Aber geschafft haben sie es trotzdem irgendwie.2015 sind die beiden weltweit erfolgreich.

Die Erfolgsgeschichte von Milky Chance endet nicht bei der Band. Es ist auch die Erfolgsgeschichte des kleinen Independent-Label Lichtdicht Records, einer Riesenportion DIY und dem Zeitgeist der weltweiten Musikindustrie.

Dieses Webspecial zeigt, wie das eigentlich passieren kann, quasi aus Versehen Superstar zu werden. dafür wurden die wichtigsten Stationen der Karriere von Milky Chance analysiert.

 

Handyüberwachung gegen die nächste Finanzkrise

Stimmt die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen nur ein paar Wochen lang nicht, kann das verheerende Folgen für die Volkswirtschaft haben. Forscher wollen einen Weg gefunden haben, Entlassungswellen früh erkennen zu können. Dafür müssten sie aber im großen Stil die Handynetze überwachen.

So schützen Sie Ihr Smartphone

Machen wir uns nichts vor: Ein Smartphone vollkommen zu schützen, das grenzt ans Unmögliche. Im Laufe einiger Wochen der Tracker-Jagd konnte ich jedoch ein paar Tricks für Sie in Erfahrung bringen.

Überprüfen Sie Ihr Smartphone

1 – Einige Ihrer Apps benötigen Ihre persönlichen Daten, um richtig zu funktionieren. Andere aber nicht. Versuchsweise habe ich also einmal Clueful von Bitdefender installiert. Mit dieser App erfahren Sie, welche Daten von Ihren jeweiligen Apps genutzt werden. So erfahren Sie auch, welche Apps dies ohne Ihr Wissen tun. Sie werden zwar weiterhin getrackt, wissen aber wenigstens von wem.

2 – Überlegen Sie vor jedem Download, ob Sie die App auch wirklich brauchen. Vergessen Sie nicht, Apps zu löschen, die Sie nicht mehr brauchen. Und schließen Sie stets Apps, die im Hintergrund laufen. Bei iOS-Geräten müssen Sie hierfür nur zweimal auf den Home-Knopf unten am Bildschirm drücken. Bei Android-Geräten können Sie dies im „App“-Menü unter „Einstellungen“ tun.

3 – Wenn Sie möchten, können Sie die geografische Ortung abschalten. Bei Android-Geräten können Sie die Ortung im Menü  „Standortzugriff“ unter „Einstellungen“ deaktivieren. Am unteren Seitenrand können Sie dann auf „Google Standortverlauf“ klicken, um die Funktion zu deaktivieren. Bei iPhones müssen Sie hierzu „Einstellungen“, dann „Datenschutz“ und schließlich „Ortungsdienste“ auswählen.

4 – Schieben Sie Werbe-Trackern einen Riegel vor. Wenn Sie ein Android-Gerät besitzen, sehen Sie unter „Google-Einstellungen“ die Sparte „Anzeigen“. Sie können hier „interessenbezogene Anzeigen“ deaktivieren und Ihre „Werbe-ID“ zurücksetzen, die eine Art Cookie für Smartphones ist. Diese Methode hat aber auch ihre Haken, denn Apps, die auf Ihre UDID zugreifen konnten, erkennen Ihr Smartphone trotzdem. Dies trifft allerdings nicht auf alle Apps zu. Bei einem iPhone gehen Sie auf dieselbe Weise vor. Die Sparte „Werbung“ finden Sie unter „Einstellungen“ und dann „Datenschutz“.

Bleiben Sie anonym

5 – Wenn Sie wollen, dass Ihr Smartphone im Internet vollständig anonym bleibt, können Sie die Apps Tor oder Orweb, die von The Guardian Project entwickelt wurden, herunterladen. Hierbei handelt es sich um effiziente Dienste, die aufgrund der langsamen Ladezeit der Seiten jedoch etwas Geduld erfordern. Die Suchmaschine von Duckduckgo.com verspricht, Sie „nicht auszuspionieren“, und speichert keine persönlichen Daten der Nutzer.

6 – Nutzen Sie niemals kostenloses WLAN. Falls Sie einmal aber nicht umhin kommen, sollten Sie auf keinen Fall auf Ihre persönlichen Konten, wie E-Mails, Bankkonto und soziale Netzwerke, zugreifen. Wenn Sie aber auch hierauf nicht verzichten können, sollten Sie eine VPN-App („virtuelles privates Netzwerk“) installieren, mit der Sie eine sichere Verbindung zum Internet herstellen können.

7 – Falls Sie in Sachen Datenschutz noch einen Schritt weiter gehen möchten, weiß The Guardian Project Rat. Auf der Website finden Sie Tools, mit denen Sie unter anderem Bilder anonymisieren und Nachrichten verschlüsseln können. Mit Courier, einem neuen Tool, können Sie auch auf unzensierte Nachrichten-Websites zugreifen. Die App enthält außerdem einen „PANIC“-Button, mit dem Sie sie blitzschnell deinstallieren können.  Courier ist in mehreren Sprachen erhältlich, darunter Englisch, Chinesisch, Tibetisch, Ukrainisch und Russisch.

Zineb Dryef

Lobbyschlacht in Brüssel: Wie Deutschland die Datenschutzreform der EU schwächt

Derzeit werden von fast allen Internetnutzern unbemerkt Millionen von persönlichen Daten gesammelt. Viele User merken gar nicht, dass es von Ihnen Profile und Verzeichnisse gibt mit zum Teil hochsensiblen Daten. In Europa soll die neue EU-Datenschutzverordnung den Nutzer mehr schützen. Doch ausgerechnet Deutschland scheint sich auf EU-Ebene eher für weniger als für mehr Datenschutz einzusetzen. Das belegen interne Papiere, die report München vorliegen.

Datenbasierte Personalentscheidungen

Soma Analytics ist eine App, die zwei Parameter der Mitarbeiter misst: Zum einen soll sie die Qualität des Schlafs zu beurteilen, zum anderen analysiert sie – über Stimmerkennung – wie hoch das Stresslevel der Mitarbeiter ist. Den Personen werden dann auf Grundlage ihrer Ergebnisse individuell Methoden an die Hand gegeben, wie sie ihr Stresslevel reduzieren können.

Wer bin ich – und wer will das wissen?

Big Data ist ein Trend und eine große Chance für Konzerne. Doch wie sieht es eigentlich mit den Chancen für die Nutzer aus? Oder überwiegen hier die Risiken? Ein Kommentar von Florian Blaschke vom t3n Magazin.

Wer bin ich – und wenn ja wie viele? Mit dieser philosophischen Frage hat Richard David Precht 2007 ordentlich Staub aufgewirbelt. Heute – acht Jahre später – gesellen sich zu Prechts Überlegungen zwei neue Fragen hinzu, vor allem vor dem Hintergrund der technologischen Entwicklung: Wer will eigentlich wissen, wer ich bin? Und vor allem: Wie wollen die das rauskriegen?

Schon im Alltag füllen wir Menschen Dutzende von Rollen aus. Wir sind Partner, Freunde, vielleicht Eltern oder Geschwister, wir sind Arbeitgeber oder Arbeitnehmer, Freelancer, Kunden, Patienten oder Nachbarn. Und jede dieser Rollen nehmen wir anders wahr, jede Rolle füllen wir anders aus.

Im Netz ist das nicht anders. Auch hier sind wir in verschiedenen Netzwerken und auf verschiedenen Plattformen unterwegs, wir sind Autoren und Kommentatoren, Beobachter, Bewerter, Kunden oder Auftraggeber. Wir geben uns Avatare und Nutzernamen und posten, was in das Licht passt, in dem wir gesehen werden wollen. Wir hinterlassen Spuren. Doch eine Entwicklung verändert noch mal drastisch, was mit unseren digitalen Versionen vom Ich alles passiert: Big Data.

Big Data: Wo laufen die Fäden zusammen und wer fällt aus dem Raster?

Durch die Daten, die wir hinterlassen, beginnen Unternehmen, sich ein ganz eigenes Bild von uns zu machen. Ein Beispiel: Gesundheitsdaten. Was Fitness-Tracker, Ernährungs-Apps oder Programme wie Googles „Fit“ oder „Apple Health“ an Daten sammeln, ergäbe zusammengenommen ein nicht nur hoch spannendes, sondern auch höchst lukratives Paket – nicht zuletzt für die Krankenkassen.

Ein zweites Beispiel: das Thema Shopping. Schon länger testen Konzerne wie Kaiser’s Tengelmann das „Dynamic Pricing“, bei dem Kunden je nach Einkaufskorb individuell auf sie zugeschnittene Preise bekommen. Und das Unternehmen? Bekommt personalisierte Daten. Beispiel drei: People-Analytics – also die Auswertung von Arbeitnehmerdaten für Personalentscheidungen. So sollen Algorithmen heute schon vorhersagen können, welche Mitarbeiter als nächstes kündigen werden, während Startups wie Soma Analytics Mitarbeiter sogar im Schlaf überwachen wollen, um ihr Stresslevel zu analysieren oder Konzerne die Kommunikation ihrer Mitarbeiter auslesen, um herauszufinden, wo die Fäden zusammenlaufen und wer aus dem Raster fällt.

Welchen Stellenwert bekommen bei Big Data noch die Details?

Alle drei Beispiel haben spannende Seiten und Potenzial, die Welt ein Stück besser zu machen. Doch alle drei Beispiele bergen auch Missbrauchspotenzial und Risiken – vor allem, aber nicht nur für den Einzelnen. Das vielleicht größte Problem: die Interpretation der Daten. Welchen Stellenwert bekommen bei Big Data noch die Details? Wie genau lesen Unternehmen noch zwischen den Zeilen, wenn die Datenmengen immer größer werden?

Die zweite große Hürde: die Informationsqualität. Wie steht es beispielsweise bei den vom Arbeitnehmer erhobenen Daten oder den Gesundheitsdaten um die Manipulierbarkeit? Wie um die Vollständigkeit? Weisen die Daten Lücken auf? Und wenn ja: Wie und mit welchen Informationen können diese Lücken gefüllt werden? Habe ich in meinen Apps beispielsweise wirklich alle Gesundheitsdaten erfasst, die relevant sind? Und wie geht mein Arbeitnehmer damit um, dass nicht meine gesamte interne Kommunikation digital abläuft? Wie entscheidet er, welches Gewicht er den Daten beimisst, um über meine Zukunft zu entscheiden? Welche Rolle spielt noch das Bauchgefühl eines Personalers – das ja weiß Gott auch nicht immer richtig liegt?

Nimmt man nur diese drei Probleme – die Interpretationsfrage, die Manipulierbarkeit und mögliche Datenlücken – und hebt den Blick ein wenig, zeigt sich das ganze Dilemma. „Big Data“ heißt nicht umsonst Big Data – meine Daten sind in jedem möglichen Kontext nur ein Bruchteil der Gesamtmenge. Doch wenn schon meine Daten manipulierbar, lückenhaft und vielfältig interpretierbar sind – wie sieht es dann erst mit der Gesamtmenge aus? Wie groß sind die Fehler und Lücken in den Gesundheitsdaten, die Apple bis jetzt schon erhoben hat? Wie sehr kann ein Arbeitgeber sich darauf verlassen, dass die Kommunikation, die er analysiert, auch wirklich solide Rückschlüsse zulässt? Schließlich betreffen die Entscheidung, der er auf Grundlage der Daten fällt, nicht nur mich – sondern auch sein Unternehmen.

Am Anfang wie am Ende der Datenkette steht deshalb nach wie vor: der Mensch. Ob uns das jetzt beruhigt oder uns Angst macht? Das ist eine Frage der Interpretation.

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