Author: Greg

Big Data: Die Klassifizierungsmaschine

Sie möchten alles über die Gewohnheiten von Mobiltelefonbenutzern erfahren? Big Data. Sie möchten bestimmte Zielkunden im Internet ansprechen? Big Data. Sie möchten das Geheimnis der erfolgreichsten Serien auf Netflix lüften oder herausfinden, ob in einem Viertel Schlaglöcher repariert werden müssen? Big Data! Mit dem richtigen Algorithmus und der richtigen Menge an Daten – so versprechen Unternehmen im Bereich der Analyse von Megadaten – können sie Antworten auf alle möglichen Fragen finden. Aber wer stellt diese Fragen? Und kann man sich bei der Entscheidungsfindung auf Algorithmen verlassen?

2015 ist das Jahr von Big Data. Das Konzept der Megadaten gibt es seit nunmehr 40 Jahren. Dem Wirtschaftsmagazin Forbes zufolge halten Big Data-Anwendungen jedoch in diesem Jahr Einzug in die Geschäftswelt und Unternehmensführung. Zahlreiche Unternehmen stellen sich auf Big Data ein und passen ihr Geschäftsmodell entsprechend an, um von neuen Chancen zu profitieren: unseren persönlichen Daten.

Mega-Datenverknüpfung

Statistische Analysen hat es immer gegeben. Anhand von Umfragen oder angekreuzten Feldern in einem Erfassungsformular kann mehr oder weniger genau die Wahrscheinlichkeit für die Wahl eines Kandidaten, die Anzahl der Autounfälle in einem Jahr oder die Art von Mensch bestimmt werden, die voraussichtlich einen Kredit zurückzahlt. Dabei können natürlich Fehler auftreten, aber die Zahlen helfen, gewisse Trends zu erkennen. Und anhand dieser Trends erhofft man sich eine Hilfe bei der Entscheidungsfindung.

Heute erzeugen wir diese Daten zu Quintillionen: Daten von Kreditinstitutionen, Cookie-Daten über das Navigationsverhalten von Usern (Episode 2), Informationen von Mobiltelefonen (Episode 04), 50 Millionen Fotos, 40 Millionen Tweets und Milliarden von täglich verschickten Dokumenten – ganz zu schweigen von den Daten, die durch Sportarmbänder, Gadgets und intelligente Geräte jeder Art erzeugt werden. Wie könnte man das anders nennen als Big Data?

Die wahre Revolution von Big Data besteht jedoch nicht so sehr im Umfang, sondern vielmehr in der Art und Weise, wie diese Daten heute miteinander verknüpft werden können. Abgesehen von den Dingen, die sie (oftmals gegen unseren Willen) über uns aussagen, sind es die zahlreichen Korrelationen und Verknüpfungen, die eine Vorhersage der Gewohnheiten und Benutzerverhalten ermöglichen. Sie wollen Ihre Meinung online mitteilen? Eigentlich interessiert das niemanden. . Aber zu wissen, welche Worte Sie mit wem über welches soziale Netzwerk und um welche Uhrzeit austauschen, das ist von Interesse und zahlt sich aus.

Kategorisieren, um die Dinge besser zu lenken

Um in diesem Daten-Dschungel den Durchblick zu behalten wird die Bevölkerung mit Hilfe von Algorithmen kategorisiert. So lässt sich z. B. lediglich anhand einer Postleitzahl das Durchschnittsgehalt eines Verbrauchers vorhersagen. Die Agenturen Esri und Claritas behaupten sogar, allein aus dieser Information das Bildungsniveau, die Lebensweise, Familienzusammensetzung und das Konsumverhalten einer Person ableiten zu können. Und 2012 hat das Unternehmen Target von sich reden gemacht, als es die Schwangerschaft einer Jugendlichen vorhersagte, noch bevor ihre Eltern informiert waren – nur weil sie bestimmte Körperlotionen, Vitamine und Gegenstände in bestimmten Farben gekauft hatte.

Damit die Algorithmen jedoch angemessen funktionieren, sind immer präzisere Kategorien für die Klassifizierung von Individuen erforderlich. Und genau hier lauert die Gefahr der Diskriminierung. Denn so einfach lässt sich der Mensch eben nicht in Schubladen stecken.

Vorhersage und Diskriminierung

Wie Kate Crawford in einem Interview in Episode 05 betont, sind es die Minderheiten und ohnehin schon diskriminierten Bevölkerungsgruppen, die am meisten von Vorhersagefehlern betroffen sind. Je mehr ein Individuum der „Norm“ oder einer vorgegebenen Kategorie entspricht, desto besser können seine Daten ausgewertet werden. Doch was geschieht, wenn man sich am Rande der Gesellschaft bewegt? Was passiert mit denjenigen, die sich nicht gemäß den Vorhersagen von Amazon, Google oder Facebook verhalten?

Erst kürzlich hat Facebook zahlreiche Benutzer verärgert, als schlagartig entschieden wurde, eine der Nutzungsbedingungen des Unternehmens strikt anzuwenden. Besagte Bedingung schreibt vor, dass ein Benutzer seine wahre Identität verwenden muss. Damit verfolge man das Ziel, so das Unternehmen, für eine sicherere Umgebung zu sorgen, in der Hasstiraden eingegrenzt würden. Das erreichte Ziel war jedoch eher die Entfernung der Konten von Transgendern, Dragqueens, Ureinwohnern und Überlebenden von ehelicher Gewalt – unter dem Vorwand, diese Konten zeigten nicht den richtigen Namen. Eine Verletzung sowohl der Grundrechte als auch des Rechts auf Privatsphäre.

Und wie steht es um die Diskriminierungen und Vorurteile, die durch die Algorithmen noch verstärkt werden? Im Jahr 2014 klingelt die Polizei von Chicago bei dem jungen Robert McDaniels. „Wir haben dich im Auge, Bürschchen“, warnen ihn die Polizisten. Ein vom Illinois Institute of Technology entwickelter Algorithmus hatte den 22-Jährigen auf die Liste der 400 potenziell Kriminellen gesetzt – ausgehend von kompilierten Daten über sein Viertel, die Kreuzungen, an denen kurz zuvor Gewalttaten geschehen waren und das Maß, in dem er sich von Verbrechern fernhielt. Fast schon Science-Fiction … Und was, wenn ein Interpretationsfehler vorläge? Wie könnte man das wieder gut machen?

Testen Sie selbst

Ehrlich gesagt: Es ist schwierig, wenn nicht sogar unmöglich, in Erfahrung zu bringen, wie unsere Daten kategorisiert werden – und noch schwieriger, der Kategorisierung zu entkommen. Alles hängt vom Unternehmen, dem verwendeten Algorithmus und den gesuchten Informationen ab. Einige Tools vermitteln jedoch einen kleinen Eindruck von der Art und Weise, wie das Internet uns kategorisiert:

  • Mit der Browser-Erweiterung Floodwatch können wir auf einen Blick alle Werbeanzeigen sehen, die über lange Zeiträume hinweg persönlich auf uns zugeschnitten wurden. Dies ist sehr praktisch zum Zurückverfolgen unseres Navigationsverhaltens und um die Auswirkungen auf unsere Kategorisierung zu erkennen!
  • Noch einfacher: Melden Sie sich bei Ihrem Google-Konto an. à Öffnen Sie die Seite mit den Anzeigeparametern à. Entspricht das Profil Ihrer Person? Entscheiden Sie selbst: Ändern oder korrigieren Sie es – oder nehmen Sie die neue Identität an, um sich besser zu verbergen …

Sandra Rodriguez

So schützen Sie Ihr Smartphone

Machen wir uns nichts vor: Ein Smartphone vollkommen zu schützen, das grenzt ans Unmögliche. Im Laufe einiger Wochen der Tracker-Jagd konnte ich jedoch ein paar Tricks für Sie in Erfahrung bringen.

Überprüfen Sie Ihr Smartphone

1 – Einige Ihrer Apps benötigen Ihre persönlichen Daten, um richtig zu funktionieren. Andere aber nicht. Versuchsweise habe ich also einmal Clueful von Bitdefender installiert. Mit dieser App erfahren Sie, welche Daten von Ihren jeweiligen Apps genutzt werden. So erfahren Sie auch, welche Apps dies ohne Ihr Wissen tun. Sie werden zwar weiterhin getrackt, wissen aber wenigstens von wem.

2 – Überlegen Sie vor jedem Download, ob Sie die App auch wirklich brauchen. Vergessen Sie nicht, Apps zu löschen, die Sie nicht mehr brauchen. Und schließen Sie stets Apps, die im Hintergrund laufen. Bei iOS-Geräten müssen Sie hierfür nur zweimal auf den Home-Knopf unten am Bildschirm drücken. Bei Android-Geräten können Sie dies im „App“-Menü unter „Einstellungen“ tun.

3 – Wenn Sie möchten, können Sie die geografische Ortung abschalten. Bei Android-Geräten können Sie die Ortung im Menü  „Standortzugriff“ unter „Einstellungen“ deaktivieren. Am unteren Seitenrand können Sie dann auf „Google Standortverlauf“ klicken, um die Funktion zu deaktivieren. Bei iPhones müssen Sie hierzu „Einstellungen“, dann „Datenschutz“ und schließlich „Ortungsdienste“ auswählen.

4 – Schieben Sie Werbe-Trackern einen Riegel vor. Wenn Sie ein Android-Gerät besitzen, sehen Sie unter „Google-Einstellungen“ die Sparte „Anzeigen“. Sie können hier „interessenbezogene Anzeigen“ deaktivieren und Ihre „Werbe-ID“ zurücksetzen, die eine Art Cookie für Smartphones ist. Diese Methode hat aber auch ihre Haken, denn Apps, die auf Ihre UDID zugreifen konnten, erkennen Ihr Smartphone trotzdem. Dies trifft allerdings nicht auf alle Apps zu. Bei einem iPhone gehen Sie auf dieselbe Weise vor. Die Sparte „Werbung“ finden Sie unter „Einstellungen“ und dann „Datenschutz“.

Bleiben Sie anonym

5 – Wenn Sie wollen, dass Ihr Smartphone im Internet vollständig anonym bleibt, können Sie die Apps Tor oder Orweb, die von The Guardian Project entwickelt wurden, herunterladen. Hierbei handelt es sich um effiziente Dienste, die aufgrund der langsamen Ladezeit der Seiten jedoch etwas Geduld erfordern. Die Suchmaschine von Duckduckgo.com verspricht, Sie „nicht auszuspionieren“, und speichert keine persönlichen Daten der Nutzer.

6 – Nutzen Sie niemals kostenloses WLAN. Falls Sie einmal aber nicht umhin kommen, sollten Sie auf keinen Fall auf Ihre persönlichen Konten, wie E-Mails, Bankkonto und soziale Netzwerke, zugreifen. Wenn Sie aber auch hierauf nicht verzichten können, sollten Sie eine VPN-App („virtuelles privates Netzwerk“) installieren, mit der Sie eine sichere Verbindung zum Internet herstellen können.

7 – Falls Sie in Sachen Datenschutz noch einen Schritt weiter gehen möchten, weiß The Guardian Project Rat. Auf der Website finden Sie Tools, mit denen Sie unter anderem Bilder anonymisieren und Nachrichten verschlüsseln können. Mit Courier, einem neuen Tool, können Sie auch auf unzensierte Nachrichten-Websites zugreifen. Die App enthält außerdem einen „PANIC“-Button, mit dem Sie sie blitzschnell deinstallieren können.  Courier ist in mehreren Sprachen erhältlich, darunter Englisch, Chinesisch, Tibetisch, Ukrainisch und Russisch.

Zineb Dryef

Wie Verlage Facebook’s „instant articles“ nutzen

Neun große Verlagshäuser haben damit begonnen, ihre Artikel direkt über Facebook zu veröffentlichen, so genannte „instant articles“. Facebook lockte damit, dass Verlage somit Anzeigenverkäufe, Branding und den Inhalt kontrollieren können; Anzeigen verkaufen und Einnahmen für sich beanspruchen, sowie Zugang zu den Daten ihrer Nutzer erhalten können. Aber halten die großzügigen Angebote an die Verlage auch was sie versprechen? (Artikel in Englisch)

 

Können wir Überwachung im Internet verhindern?

Das ist schwierig. Es gibt aber immer mehr Tools, die uns zeigen, wer uns beobachtet. Wir empfehlen Ihnen, eine neue „digitale Hygiene“ zu praktizieren und einige Ratschläge zu befolgen.

Hier finden Sie einige Softwareprogramme und Websites, die Ihnen helfen, Ihre Beobachter zu verfolgen:

  • Lightbeam ist eine von Mozilla entwickelte Firefox-Erweiterung, mit der Sie sehen können, wer Ihnen auf die von Ihnen besuchten Websites folgt. Cookies, Websites von Dritten, Links zwischen Trackern: Lightbeam verschafft Ihnen einen Überblick über alle Tracker, die Sie überwachen, wenn Sie auf Firefox surfen.
  • Ghostery ist ein von einem amerikanischen Unternehmen entwickeltes Programm, mit dem Internetschnüffler blockiert werden können. Ghostery ist auf allen Browsern anwendbar und blockiert Schnüffler nicht nur, sondern speichert sie zudem in einer Datenbank. Das Unternehmen bietet außerdem eine Beratung für Firmen, die ihre Marketingmethoden optimieren möchten. Um das Plug-in herunterzuladen, klicken Sie bitte hier.
  • Die nationale Datenschutzbehörde in Frankreich CNIL (Commission Nationale Informatique et Liberté) hat in Frankreich das Programm Cookieviz entwickelt, das in Echtzeit Cookies identifiziert, die Daten an andere Websites weitergeben. Zusammen mit Expérience sind sie Teil ihrer Sensibilisierungsmaßnahmen für Internetnutzer über Cookies und Privatleben.
  • me wurde von ehemaligen Google-Mitarbeitern und Anwälten entwickelt. Es ermöglicht u. a., Tracker zu blockieren und das Surfen im Internet zu verbessern. Das Plug-in ist in Englisch verfügbar und kategorisiert Tracker (Werbung, Funktionsweise …). Auf dieses Tool wird in Echtzeit bei Do Not Track-Vorfällen zurückgegriffen.

Tactical Technology Collective ist ein Unternehmen, das sich mit der Verwendung von Daten befasst und eine Reihe von Websites vorschlägt, um die von uns im Internet hinterlassenen Spuren zu analysieren bzw. die Hinterlassung von Spuren zu verhindern. Es bietet zahlreiche Tools, darunter auch My Shadow, das in mehreren Sprachen verfügbar ist. Es ermöglicht, alle Spuren, die wir mit sämtlichen Geräten überall im Internet hinterlassen, ausfindig zu machen.   Von dem gleichen Unternehmen gibt es Trackography, eine Website, die uns zeigt, welche Tracker von den von uns besuchten Websites je nach Land benutzt werden. Leider sind dort nicht alle Websites aufgeführt.

Für weitere Möglichkeiten des sicheren Surfens klicken Sie bitte hier.

Überleben inmitten von Cookies

„Durch die weitere Nutzung unserer Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden, damit wir Ihnen auf Ihre Interessen abgestimmte Inhalte und Dienste anbieten können.“

Sie haben genug von dieser Mitteilung, die in den letzten Monaten immer wieder auf Websites angezeigt wird? Am einfachsten machen Sie es sich, indem Sie auf „OK“ klicken und die Sache damit erledigt haben.

Wenn Sie aber einmal auf die Idee kommen, „Nein“ zu antworten, ist es mit einem einfachen Klick nicht getan. In dem Fall brauchen Sie eine ganze Anleitung.

Erste Möglichkeit: Die Cookies im Browser blockieren

Jeder Internetbrowser verfügt über die Funktion, Drittanbieter-Cookies, also die Dateien, die Sie im Internet von Website zu Website verfolgen, zu blockieren.

  • Firefox: Einstellungen -> Tab „Datenschutz“ -> Menü „Firefox wird eine Chronik“ -> „nach benutzerdefinierten Einstellungen anlegen“.
  • Internet Explorer: Einstellungen -> Internetoptionen -> Tab „Datenschutz“ -> Einstellungen -> Schieben Sie den Cursor nach oben -> klicken Sie auf „OK“.
  • Chrome: Menü Einstellungen -> Erweiterte Einstellungen anzeigen -> klicken Sie auf „Inhaltseinstellungen“ -> Setzen Sie dann beim Kästchen „Drittanbieter-Cookies und Websitedaten blockieren“ ein Häkchen -> klicken Sie auf „OK“.
  • Safari: Einstellungen -> Safari -> Cookies blockieren -> immer blockieren

Zweite Möglichkeit: Ein Add-on verwenden

Nach Folge 1 haben wir Ihnen eine Liste von Tools vorgestellt, mit denen bestimmte Tracker, darunter auch Cookies, verfolgt oder blockiert werden können.

Disconnect beispielsweise ist eine kleine Erweiterung, die in der Browserleiste jederzeit die Cookies anzeigt, die von der gerade aufgerufenen Website verwendet werden.

Dritte Möglichkeit: Den Add-on Share Me Not verwenden

Mit den ersten beiden Methoden wird den Cookies von Werbeunternehmen ein Ende gemacht, aber auch die sozialen Netzwerke haben ihre Fühler nach unseren Browsern ausgestreckt (in Folge 3 von „Do Not Track“ erfahren Sie mehr zu diesem Thema). Um diesen Cookies Herr zu werden, benötigen Sie die Erweiterung Share me not, die die Schaltflächen der sozialen Netzwerke blockiert und so verhindert, dass Facebook, Twitter oder Google+ Sie verfolgen. Die ganz neue Erweiterung PrivacyBadger kombiniert sogar die Funktionalitäten von Disconnect und Share Me Not.

Mit Cookiepedia können Sie außerdem Ihre Lieblingswebsites testen und die Art und Anzahl der Cookies, die auf den Geräten der Nutzer gespeichert werden, in Erfahrung bringen (nur auf Englisch verfügbar). Das haben wir in Folge 2 getan.

„Gehen Sie einfach nicht ins Internet“

Es ist aber nicht leicht, sich vor dem Tracking zu schützen. Die Werbeindustrie arbeitet an neuen Methoden, die sie trotz des angekündigten Rückgangs von Cookies zur Online-Profilierung nutzen kann. Wie sagte der Chef eines Werbeunternehmens dem Magazin Forbes in einem Moment der Aufrichtigkeit doch so schön: „Wenn Sie nicht möchten, dass man weiß, was Sie im Internet treiben, gehen Sie einfach nicht ins Internet“.

Die Cookies, die für einen Großteil der Werbemitteilungen in unseren Browsern verantwortlich sind, sind bereits technologisch überholt.

Mit dem Fingerprinting kann jeder Computer, der auf einer Website navigiert, an seiner Konfiguration (installierte Software, Schriftarten, Einstellung der Uhr usw.) identifiziert werden. Mit der Website Am I Unique kann die Genauigkeit dieses Tools beurteilt werden, das fast fehlerlos zwei unterschiedliche am Netz angeschlossene Computer unterscheiden kann. Bin ich im Internet einmalig? Die Antwort lautet: ja! PrivacyBadger arbeitet laut eigener Aussage an einer Methode zum Blockieren des Fingerprinting.

Die Tracker sind immer einen Schritt voraus

Die derzeit neueste Erfindung sind Zombie-Cookies, die wieder zum Leben erwachen, nachdem sie vom Nutzer gelöscht wurden. Das amerikanische Werbeunternehmen Turn hat es geschafft, ein System zu entwickeln, das die Internauten von Verizon, einem Internetanbieter, identifizieren kann, auch wenn diese die Cookies blockiert oder gelöscht haben. Die Enthüllungen von Julia Angwin (in einem Interview mit Do Not Track) haben einen derartigen Sturm der Entrüstung ausgelöst, dass Turn sich gezwungen sah, diese Praktiken zu unterlassen und seine Zombie-Cookies ein für alle Mal ins Jenseits zu befördern.

Die Wissenschaft hinter dem Tracking entwickelt sich aber immer weiter. Man kann Tracker mit den neuen Substanzen vergleichen, die bei Dopingtests nicht nachweisbar sind. Sie sind den Aktivisten, die Programme zu deren Vermeidung entwickeln, immer einen Schritt voraus. Die Verfolgung von Trackern verlangt viel Ausdauer.

Vincent Glad