{"id":9145,"date":"2015-04-13T10:17:25","date_gmt":"2015-04-13T10:17:25","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.donottrack-doc.com\/?p=9145"},"modified":"2015-04-13T13:12:14","modified_gmt":"2015-04-13T13:12:14","slug":"t3n-magazin-wann-wer-wo-warum-online-tracking-muss-transparenter-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.donottrack-doc.com\/de\/t3n-magazin-wann-wer-wo-warum-online-tracking-muss-transparenter-werden\/","title":{"rendered":"Wann? Wer? Wo? Warum? Online-Tracking muss transparenter werden"},"content":{"rendered":"<p><strong>Online-Tracking zu Werbezwecken ist gang und g\u00e4be im Netz. Das Problem dabei ist weniger, dass Daten erhoben werden, sondern dass die Datensammler das im Geheimen tun. Wie Nutzer sich dennoch informieren k\u00f6nnen und warum die Branche transparenter werden muss \u2013 ein Kommentar von Andreas Weck vom <a href=\"http:\/\/t3n.de\" target=\"_blank\">t3n-Magazin<\/a>.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Nur mal eben auf Amazon nach einem Fahrrad oder auf Zalando nach ein paar Schuhen gesucht \u2013 und schon verfolgen Werbeanzeigen \u00e4hnlicher Produkte den Suchenden auf Schritt und Tritt. Zumindest solange, bis ein neues Produkt im Netz gesucht wird und der Vorgang wieder von vorne beginnt. Doch es sind nicht nur die unz\u00e4hligen Online-H\u00e4ndler, die sich den Webseitenbesuchern an die Fersen h\u00e4ngen. Es sind auch Nachrichtenseiten, soziale Netzwerke, Bookmarking- und E-Mail-Dienste sowie Banking- und Streaming-Plattformen, die das Besucherverhalten aufzeichnen.<\/p>\n<p>M\u00f6glich wird das durch Cookies und sogenannte Tracker, die \u00fcber die angew\u00e4hlte Webseite auf Rechner, Smartphone oder Tablet platziert werden und s\u00e4mtliche erfassten Daten durch das Netz zur\u00fcck an die eigenen Server schicken. Etliche Verfolger geh\u00f6ren zu den Webseiten selbst, viele zu Facebook und Google und andere wiederum zu Werbedienstleistern und Marketingfirmen. Jeder setzt sie ein \u2013 bis auf ganz wenige Ausnahmen.<\/p>\n<p><strong>Fehlende Transparenz in der Online-Werbebranche<\/strong><\/p>\n<p>Eine Neuigkeit ist das freilich nicht \u2013 und ob die Methode gut oder schlecht ist, liegt wie so oft, im Auge des Betrachters: Der eine begr\u00fc\u00dft beispielsweise personalisierte Werbung und hat kein Problem damit, dass sein Nutzerverhalten daf\u00fcr getrackt und analysiert wird. Der andere f\u00fchlt sich durchleuchtet und will nicht, dass seine Spuren im Netz aufgezeichnet und gespeichert werden. Beide Sichtweisen sind legitim.<\/p>\n<p>Wenig legitim ist allerdings die fehlende Transparenz auf Seiten der Dienstleister. Denn Nutzer, die \u00fcber Art und Umfang der Tracking-Methoden informiert sein wollen, stehen viel zu oft allein auf weiter Flur. Und auch die Gegenwehr kann nur mit kleinen Hilfsprogrammen geschehen \u2013 doch wie vielen der gesch\u00e4tzt drei Milliarden Internetnutzern weltweit sind die bekannt?<\/p>\n<p>Da w\u00e4ren Plugins wie Ghostery und Collusion, beide L\u00f6sungen sind tausendfach im Einsatz. Ghostery, als bekannteste Alternative, wurde allein f\u00fcr den Chrome-Browser 1,8 Millionen Mal heruntergeladen. Beide Programme erm\u00f6glichen es Nutzern nicht nur alle Tracker auf einer Seite anzuzeigen, sondern sie bei Bedarf auch zu blockieren. Auch ist es m\u00f6glich, die jeweiligen Tracker nur auf bestimmten Seiten auszuschalten \u2013 beispielsweise auf den oben erw\u00e4hnten Plattformen von Amazon oder Zalando. So findet sich auf etlichen Seiten beispielsweise der Nugg.Ad-Verfolger, der von einem gleichnamigen Tochterunternehmen der Deutschen Post ins Rennen geschickt wird. Oder das DoubleClick-Programm, der Werbetracker von Google, der den weltweit gr\u00f6\u00dften Adserver \u00fcberhaupt mit Daten f\u00fcttert.<\/p>\n<p>Auch wenn Werbetreibende und Webseitenbetreiber das anders sehen: Tools wie Ghostery und Collusion sind gut und notwendig, denn sie geben Nutzern einen Einblick in die Branche und ihre Interessen, der eigentlich selbstverst\u00e4ndlich sein sollte. Und sie geben ihnen die M\u00f6glichkeit entscheiden zu k\u00f6nnen, wie weit sie sich den Unternehmen offenbaren wollen. Besser w\u00e4ren nat\u00fcrlich eigens bereitgestellte L\u00f6sungen \u2013 Popups etwa, die den Nutzer \u00fcber die laufenden Programme auf einer Seite informieren und die mittels Opt-in zugelassen oder durch einen Opt-out ausgeschaltet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Online-Tracking im Alltag: \u201eGefressen und gestorben!\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Bisher werden Besucher nur \u00fcber kleingedruckte Datenschutzbestimmungen am Ende der Webseiten informiert \u2013 das aber auch nur oberfl\u00e4chlich. So erfahren Leser nur, dass Tracker eingesetzt werden, jedoch nicht, welche \u2013 und schon gar nicht haben sie die M\u00f6glichkeit, dem zu widersprechen. \u201eFriss oder stirb\u201c ist die Devise \u2013 allerdings auch nur auf den ersten Blick, denn in dem Moment, in dem der Nutzer die Webseite angew\u00e4hlt hat, haben sich die Tracker schon auf dem Rechner festgebissen. Also schon bevor der Nutzer \u00fcberhaupt die Chance gehabt hat, entsprechende Hinweise zu lesen. \u201eGefressen und gestorben\u201c \u2013 das passt eigentlich besser.<\/p>\n<p>Diese Haltung hat System. Denn klar ist, dass Max Mustermann eigentlich gar nicht wei\u00df, was da im Hintergrund passiert. Etwaige Popups d\u00fcrften insofern eher schlafende Hunde wecken und daf\u00fcr sorgen, dass einige Nutzer der Profilbildung widersprechen, sobald sie die Wahl haben. Die Tracking-Anbieter und Webseitenbetreiber w\u00fcrden zwar im Sinne des Verbrauchers und eines fairen Miteinanders im Netz handeln, das aber, zu einem hohen Preis. Und den ist kaum ein Unternehmen bereit zu zahlen. Hinzu kommt, dass die Rechtslage sie auch nicht dazu zwingt. So wie es die Anbieter machen, ist es im Einklang mit den Gesetzen. Zwar fordern vor allem deutsche Datensch\u00fctzer strengere Regeln, bislang finden die jedoch wenig Anklang. Eine EU-Datenschutznovelle steht in den Startl\u00f6chern, in welche Richtung sie die Debatte f\u00fchren wird, l\u00e4sst sich jedoch noch nicht sagen.<\/p>\n<p>Bleibt schlussendlich die Frage, ob der durchschnittliche Internetnutzer sich \u00fcberhaupt daf\u00fcr interessiert \u2013 und ob er derartiges Fachwissen tats\u00e4chlich auch verdauen will. Die Antwort d\u00fcrfte \u201eJein\u201c lauten, denn mit Sicherheit hat nicht jeder Lust und Mu\u00dfe, sich durch den digitalen Werbedschungel zu schlagen. Doch nur weil es Hinz nicht interessiert, wird Kunz nicht informiert? Das darf kein Argument sein. Wer das Vertrauen und die Loyalit\u00e4t seiner Kunden nicht aufs Spiel setzen will, sollte ehrlich mit ihnen umgehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.donottrack-doc.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Unbenannt-3.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"  wp-image-9164 alignleft\" src=\"https:\/\/blog.donottrack-doc.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Unbenannt-3.png\" alt=\"Unbenannt-3\" width=\"76\" height=\"78\" \/><\/a>t3n ist das Medium der digitalen Wirtschaft. Im Print-Magazin und auf t3n.de liefert es Webworkern und Kreativen, Gr\u00fcndern und Managern, Marketern und Medienmachern relevante Informationen f\u00fcr das Digitalgesch\u00e4ft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Online-Tracking zu Werbezwecken ist gang und g\u00e4be im Netz. Das Problem dabei ist weniger, dass Daten erhoben werden, sondern dass die Datensammler das im Geheimen tun. Wie Nutzer sich dennoch informieren k\u00f6nnen und warum die Branche transparenter werden muss \u2013 ein Kommentar von Andreas Weck vom t3n-Magazin.<\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":8440,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[161],"tags":[855,845,856,461,854],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.donottrack-doc.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9145"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.donottrack-doc.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.donottrack-doc.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.donottrack-doc.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.donottrack-doc.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9145"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/blog.donottrack-doc.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9145\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9171,"href":"https:\/\/blog.donottrack-doc.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9145\/revisions\/9171"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.donottrack-doc.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8440"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.donottrack-doc.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9145"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.donottrack-doc.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9145"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.donottrack-doc.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9145"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}