{"id":11268,"date":"2014-09-17T09:07:47","date_gmt":"2014-09-17T09:07:47","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.donottrack-doc.com\/?p=11268"},"modified":"2015-06-14T11:14:27","modified_gmt":"2015-06-14T11:14:27","slug":"netflix-start-die-zukunft-des-fernsehens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.donottrack-doc.com\/de\/netflix-start-die-zukunft-des-fernsehens\/","title":{"rendered":"Netflix-Start: Die Zukunft des Fernsehens?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Netflix &#8211; die Videostreaming-Offenbarung aus den USA gibt es seit heute auch in Deutschland. Allerdings unterscheidet sich die Auswahl an Filmen und Serien hierzulande vom US-Angebot. Und die Konkurrenz ist in Deutschland st\u00e4rker. Ein Beitrag von Max Muth.<\/strong><\/p>\n<p class=\"copytext\">17,98 Euro gibt jeder deutsche Haushalt im Monat f\u00fcr den \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk aus. Daf\u00fcr bekommt jeder Zuschauer eine mediale Grundversorgung. Dutzende Radioprogramme, Info-Portale im Internet, die Tagesschau-App. Und nat\u00fcrlich das Fernsehen. Gro\u00dfe Sportereignisse, opulente Unterhaltungsshows, ordentliche Krimi-Serien &#8211; darunter der &#8222;Tatort&#8220;, den ein Gro\u00dfteil der Deutschen zum UNESCO-Kulturerbe erkl\u00e4ren w\u00fcrde. Dennoch rei\u00dft die Klage \u00fcber das Fernsehen nicht ab &#8211; und nicht ganz zu Unrecht.<\/p>\n<div class=\"clearFix\"><strong>Primetime-Fernsehen in Deutschland kann deprimierend sein<\/strong><\/div>\n<div class=\"clearFix\"><\/div>\n<div class=\"clearFix\">\n<p class=\"copytext\">Wer heute um 20.15 Uhr einschaltet, hat die Wahl zwischen einer Dokumentation \u00fcber den englischen Partyprinzen Harry (ZDF) und einer typischen Krimiserie (ARD). Die privaten Programme bieten Casting- und Reality-Shows zu den Themen Unternehmertum (Vox), Kochen (Kabel 1) und Heimwerken (RTL 2). Auf Sat1 l\u00e4uft ein mittelm\u00e4\u00dfiger deutscher Fernsehfilm &#8211; nat\u00fcrlich mit Hannes Jaenicke. Primetime-Fernsehen in Deutschland kann deprimierend sein.<\/p>\n<p class=\"copytext\">Auch deshalb wurde viel geredet \u00fcber den Deutschland-Start des amerikanischen Video-On-Demand-Riesen &#8222;Netflix&#8220;. Kunden zahlen bei dem Portal eine Pauschalgeb\u00fchr von acht bis zw\u00f6lf Euro, je nachdem wie viele Ger\u00e4te gleichzeitig benutzt werden sollen. Wer einen Account bei dem Dienst hat, der kann das gesamte Film- und Serienangebot von Netflix nutzen. Jederzeit, von \u00fcberall in Deutschland &#8211; per Streaming. Einzige Voraussetzung ist eine ordentliche Breitband-Verbindung ins Internet. Das kommt vor allem jungen Bewegtbildfreunden entgegen, f\u00fcr die schnelles Internet ohnehin ein Menschenrecht darstellt. Die Fernsehgewohnheiten haben sich mit der Entwicklung des Webs radikal ver\u00e4ndert. Bei den J\u00fcngeren schneller als bei den \u00c4lteren, aber auch viele \u00e4ltere Semester wissen inzwischen den Komfort einer immer verf\u00fcgbaren Online-Videothek zu sch\u00e4tzen.<\/p>\n<p class=\"copytext\"><strong>Auch &#8222;House of Cards&#8220; ist dabei<\/strong><\/p>\n<p class=\"copytext\">Viel wurde vor dem Deutschland-Start von Netflix spekuliert &#8211; vor allem \u00fcber die Frage, wie umfangreich das Programm sein wird. Streaming-Lizenzen f\u00fcr Filme und Serien werden l\u00e4nderweise verkauft. Das hei\u00dft, dass die Mediathek von Netflix theoretisch in den USA prall gef\u00fcllt und in Deutschland trotzdem leer sein k\u00f6nnte. Sogar Serien, die Netflix selbst produziert hat, k\u00f6nnten in Deutschland nicht verf\u00fcgbar sein. Bestes Beispiel ist die Polit-Thriller-Serie &#8222;House of Cards&#8220;, so etwas wie das Aush\u00e4ngeschild von Netflix. Die exklusiven Streamingrechte f\u00fcr die Serie mit Kevin Spacey wurden vor nicht all zu langer Zeit an den Pay-TV-Konkurrenten Sky verkauft. In Deutschland drohte Netflix deshalb ohne &#8222;House of Cards&#8220; zu starten.<\/p>\n<p class=\"copytext\">Zum Deutschland-Start ist klar: Netflix hat sich die Rechte f\u00fcr die Serie zur\u00fcckgekauft. Das d\u00fcrfte eine Stange Geld gekostet haben. Aber Geld spielt bei der Expansion von Netflix keine all zu gro\u00dfe Rolle. 50 Millionen Kunden hat Netflix inzwischen weltweit. Geht man davon aus, dass jeder etwa 10 Dollar f\u00fcr sein Abo bezahlt, sp\u00fclt das Netflix monatlich 500 Millionen Dollar in die Kassen, offenbar genug, um Sky die Streamingrechte f\u00fcr &#8222;House of Cards&#8220; wieder abzukaufen. Aus Marketing-Sicht ist das vermutlich eine weise Entscheidung. Das Unternehmen will mittelfristig 80 Prozent seines Umsatzes au\u00dferhalb der USA machen. Aktuell ist es noch umgekehrt. In den USA ist Netflix mit 40 Millionen Kunden klarer Marktf\u00fchrer beim Internet-Fernsehen. Im gesamten Ausland haben bisher nur 10 Millionen Kunden ein Netflix-Konto.<\/p>\n<p class=\"copytext\"><strong>St\u00e4rkere Konkurrenz im Vergleich zu den USA<\/strong><\/p>\n<p class=\"copytext\">Aber wie sieht es mit dem Angebot aus? Anders als in den USA, wo sich Netflix relativ ungest\u00f6rt den Markt sichern konnte, gibt es in Deutschland bereits einige Video-On-Demand Konkurrenten: Watchever, Maxdome, Amazon Instant Video und Sky&#8217;s Dienst Snap haben schon vorgearbeitet. Dementsprechend ist Netflix&#8216; Angebot zum Start auch noch nicht mit dem deutschen Marktf\u00fchrer Maxdome vergleichbar. Bef\u00fcrchtungen, die Mediathek k\u00f6nnte zum Start fast leer sein, best\u00e4tigen sich aber nicht.<\/p>\n<p class=\"copytext\">Das gr\u00f6\u00dfte Angebot bietet Netflix f\u00fcr deutsche Nutzer in der Kategorie US-Serien, darunter die Erfolgsserien &#8222;Breaking Bad&#8220;, &#8222;Dexter&#8220;, &#8222;The Walking Dead&#8220; und &#8222;Heroes&#8220;. Nat\u00fcrlich sind auch die Netflix-Eigenproduktionen inklusive &#8222;House of Cards&#8220;, &#8222;Fargo&#8220; und &#8222;Orange is the New Black&#8220; dabei. Auch deutsche Serien wie &#8222;Stromberg&#8220;, die ARD-Serie &#8222;Der Tatortreiniger&#8220; und die Krimi-Reihe &#8222;Im Angesicht des Verbrechens&#8220; von Dominik Graf sind verf\u00fcgbar. Der &#8222;Tatort&#8220; ist nicht dabei &#8211; der Sonntagabend bleibt Hoheitsgebiet der ARD. Auch HBO-Serien wie &#8222;Game of Thrones&#8220; oder &#8222;The Newsroom&#8220; sucht man vergeblich. Die Exklusivrechte daf\u00fcr hat sich Pay-TV Konkurrent Sky noch kurz vor dem Netflix-Start bis zum Ende des Jahrzehnts gesichert.<\/p>\n<div class=\"clearFix\"><strong>\u00a0&#8222;Ulkige Kom\u00f6dien&#8220; &#8211; Netflix f\u00fchrt neue Genres ein<\/strong><\/div>\n<div class=\"clearFix\"><\/div>\n<div class=\"clearFix\">\n<p class=\"copytext\">Netflix sortiert sein Angebot nach den \u00fcblichen Genres wie Thriller und Kom\u00f6die, aber auch nach ungew\u00f6hnlicheren Kategorien. So gibt es 27 &#8222;ulkige Kom\u00f6dien&#8220; und rund vierzig &#8222;Dramen, die auf einer wahren Geschichte beruhen&#8220;. Au\u00dferdem kann der Nutzer nach einer Verbindung mit Facebook sehen, welche Filme seine Freunde angesehen haben. Ein Erfolgsrezept von Netflix ist die Personalisierung der Kundenaccounts. Nutzer werden aufgefordert, alle gesehenen Filme zu bewerten. Je mehr ein Nutzer gesehen und bewertet hat, desto genauer werden die Empfehlungen, die Netflix seinen Kunden macht. Wer aus dieser selbstgeschaffenen <span class=\"searchHighlight\">Filterblase<\/span> wieder heraustreten will, der kann das Netflix-Programm nat\u00fcrlich jederzeit selbst durchst\u00f6bern.<\/p>\n<p class=\"copytext\">Ein Gewinn k\u00f6nnte Netflix f\u00fcr Cineasten werden. Zum Start sind 100 Filme als independent gelabelt, fast 90 internationale Dokumentarfilme sind gelistet. Zudem sind die meisten Angebote sowohl auf Deutsch als auch in der Originalsprache verf\u00fcgbar. Vergeblich sucht man bisher Film-Klassiker oder aktuelle Film-Highlights. Zumindest letzteres ist aber ein Problem, das alle Streaming-Dienste gemeinsam haben. Auch f\u00fcr Familien k\u00f6nnte Netflix Sinn ergeben: Eltern k\u00f6nnen ein Profil f\u00fcr ihre kleinen Kinder anlegen. \u00dcber dieses k\u00f6nnen sie ausschlie\u00dflich Filme und Serien aus dem Kinderprogramm sehen &#8211; um auch &#8222;Terminator 2&#8220; sehen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssten die Kinder den vierstelligen PIN der Eltern eingeben.<\/p>\n<div class=\"clearFix\"><strong>Fazit: Mehr als erwartet &#8211; doch mit Luft nach oben<\/strong><\/div>\n<div class=\"clearFix\"><\/div>\n<p class=\"copytext\">Fazit: Das Angebot des Streaming Dienstes Netflix ist zum Deutschland-Start \u00fcppiger als erwartet, l\u00e4sst aber in der Breite noch zu w\u00fcnschen \u00fcbrig. Besonders Serien-Fans und Cineasten k\u00f6nnten auf ihre Kosten kommen. F\u00fcr alle, die sich selbst ein Bild von dem Angebot machen m\u00f6chten: Netflix wirbt zum Start mit einem kostenlosen Probemonat.<\/p>\n<p class=\"copytext\"><a href=\"http:\/\/www.br.de\/themen\/ratgeber\/inhalt\/computer\/netflix-deutschland-streaming-angebot-vergleich100.html\" target=\"_blank\">Den Originalartikel <\/a>mit zahlreichen Zusatzinformationen und Klicktipps finden Sie auf den Seiten des Bayerischen Rundfunks.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Netflix &#8211; die Videostreaming-Offenbarung aus den USA gibt es seit heute auch in Deutschland. Allerdings unterscheidet sich die Auswahl an Filmen und Serien hierzulande vom US-Angebot. Und die Konkurrenz ist in Deutschland st\u00e4rker. Ein Beitrag von Max Muth. 17,98 Euro gibt jeder deutsche Haushalt im Monat f\u00fcr den \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk aus. Daf\u00fcr bekommt jeder Zuschauer <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/blog.donottrack-doc.com\/de\/netflix-start-die-zukunft-des-fernsehens\/\">Read more<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":11501,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[125,168],"tags":[1002,1004,1005,1003],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.donottrack-doc.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11268"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.donottrack-doc.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.donottrack-doc.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.donottrack-doc.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.donottrack-doc.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11268"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/blog.donottrack-doc.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11268\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11653,"href":"https:\/\/blog.donottrack-doc.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11268\/revisions\/11653"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.donottrack-doc.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/11501"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.donottrack-doc.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11268"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.donottrack-doc.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11268"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.donottrack-doc.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11268"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}