{"id":11215,"date":"2015-05-27T09:08:57","date_gmt":"2015-05-27T09:08:57","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.donottrack-doc.com\/?p=11215"},"modified":"2015-05-29T09:17:17","modified_gmt":"2015-05-29T09:17:17","slug":"big-data-in-unternehmen-ich-weis-wann-du-kundigen-wirst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.donottrack-doc.com\/de\/big-data-in-unternehmen-ich-weis-wann-du-kundigen-wirst\/","title":{"rendered":"Big Data in Unternehmen: Ich wei\u00df, wann du k\u00fcndigen wirst"},"content":{"rendered":"<p>2,5 Trillionen Byte Daten produzieren wir jeden Tag weltweit. Auch im Job wird Big Data immer wichtiger &#8211; manche Firmen rechnen sogar aus, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass wir k\u00fcndigen. Ein Beitrag von <a href=\"http:\/\/www.br.de\/puls\/themen\/netz\/do-not-track-big-data-in-firmen-100.html\" target=\"_blank\">Anne Hemmes<\/a>\u00a0(PULS).<\/p>\n<p class=\"copytext\">Myrna Arias ist Angestellte beim Geldtransfer-Unternehmen Intermex in Kalifornien und hat mit einer Klage weltweit f\u00fcr Aufsehen gesorgt. Sie wollte nicht von ihrem Chef \u00fcberwacht werden, nicht in ihrer Freizeit. Aber sie und ihre Kollegen sollten eine App namens Xora runterladen. Mit der wurden sie <a class=\"link_external\" title=\"washingtonpost.com [neues Fenster]\" href=\"http:\/\/www.washingtonpost.com\/blogs\/the-switch\/wp\/2015\/05\/14\/some-companies-are-tracking-workers-with-smartphone-apps-what-could-possibly-go-wrong\/\" rel=\"external\">per GPS getrackt, 24 Stunden lang<\/a>. Ihr Chef gab sogar damit an, dass er jetzt w\u00fcsste, wann sie mit dem Auto mal zu schnell gefahren sei. Myrna Arias beschwerte sich, dass damit ihre Privatsph\u00e4re verletzt w\u00fcrde. Au\u00dferdem sei die 24-Stunden-\u00dcberwachung nicht legal. Sie verglich es mit einem Gefangenen, der eine Fu\u00dffessel tragen muss.<\/p>\n<p class=\"copytext\">Aber Arias&#8216; Chef sagte, dass sie 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche f\u00fcr Kunden erreichbar sein m\u00fcsse. Auch wenn das nicht ganz legal sei, solle sie das doch akzeptieren, schlie\u00dflich verdiene sie so gut bei der Firma.\u00a0Arias wollte das so nicht\u00a0 stehen lassen. Sie l\u00f6schte die App von ihrem Diensthandy. Kurz darauf wurde sie gefeuert &#8211; dagegen hat sie jetzt geklagt.<\/p>\n<p class=\"copytext\">Ihre Anw\u00e4ltin Gail A. Glicks sagt:<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"copytext\"><em>Das verletzt unser verfassungsm\u00e4\u00dfiges Recht auf Privatsph\u00e4re. Die kalifornische Verfassung sch\u00fctzt unser Recht auf Privatsph\u00e4re genauso wie die amerikanische Verfassung. Und die kalifornische Verfassung sch\u00fctzt den Einzelnen vor dieser Verletzung der Privatsph\u00e4re &#8211; sei es durch Firmen oder die Regierung.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"copytext\">Glicks glaubt, dass die Klage Erfolg haben wird:<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"copytext\"><em>Wir glauben, dass dieser Fall dazu f\u00fchren k\u00f6nnte, dass mehr Gesetze erlassen werden, die Arbeitnehmer vor solchen Eingriffen durch den Chef oder die Firma, die Technologien wie GPS-Tracking einsetzen, sch\u00fctzen.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"copytext\"><strong>Unternehmen im Big Data-Rausch<\/strong><\/p>\n<p class=\"copytext\">Der Fall aus den USA ist ein krasses Beispiel, aber auch bei uns wird Big Data im Job immer wichtiger. Allein durch die schiere Masse an Daten. Mit immer besseren Tools analysieren Wissenschaftler Datenmengen ganz gezielt &#8211; aus Daten der Vergangenheit soll sich so die Zukunft berechnen lassen. Predictive Analytics nennt sich das.<\/p>\n<p class=\"copytext\">Eine <a class=\"link_external\" title=\"datenschutz-praxis.de [neues Fenster]\" href=\"https:\/\/www.datenschutz-praxis.de\/fachnews\/big-data-im-aufwaertstrend\/\" rel=\"external\">aktuelle Studie vom Digitalverband Bitkom und dem Gesch\u00e4ftskontakte-Netzwerk LinkedIn<\/a> zeigt, dass\u00a0jede vierte Firma in Deutschland offen f\u00fcr Big Data ist. Ganz vorne mit dabei sind die Branchen Chemie, Verkehr, die Pharmabranche und Firmen aus der Logistik und dem Finanzbereich. Laut der Studie werten viele Firmen schon jetzt interne Daten wie Name, Adresse, Krankheitstage, Urlaub, Anwesenheit oder Bezahlung aus.<\/p>\n<p class=\"copytext\">Das klingt erstmal nicht dramatisch, schlie\u00dflich ist es kein Geheimnis, dass ein Arbeitgeber solche Informationen \u00fcber seine Mitarbeiter besitzt.\u00a0Aber Big Data h\u00f6rt nicht bei ein paar Excel-Tabellen mit Standardinfos auf: Viele Firmen h\u00e4tten gerne auch Daten, die nicht direkt etwas mit dem Job zu tun haben &#8211; zum Beispiel Posts oder Profile in sozialen Netzwerken oder Daten aus Jobportalen.<\/p>\n<p class=\"copytext\"><strong>Schn\u00fcffeldienst gegen Mitarbeiter<\/strong><\/p>\n<p class=\"copytext\">Die Firmen hoffen, aus diesen Datens\u00e4tzen Schl\u00fcsse ziehen zu k\u00f6nnen, was sie in Zukunft besser machen k\u00f6nnen &#8211; zum Beispiel welche Leute man einstellen sollte, welche Mitarbeiter unzufrieden sind und was man tun kann, um sie zu halten. Tim Pr\u00f6hm ist im Beirat bei Joberate, einem Big Data Startup aus den USA. Das Startup rechnet in Echtzeit aus, wie wahrscheinlich es ist, dass jemand k\u00fcndigt. Daf\u00fcr werden frei verf\u00fcgbare Daten unter anderem auch aus sozialen Netzwerken genutzt, die Joberate von Dritten kauft.<\/p>\n<p class=\"copytext\">Tim Pr\u00f6hm sieht darin kein Problem:<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"copytext\"><em>Es geht letztendlich darum, dass Joberate sich anguckt, was man normalerweise in den sozialen Netzwerken macht und dann wird untersucht: \u00c4ndert sich das Verhalten? Das muss man sich vorstellen wie einen Pulsmesser beim Joggen, der irgenwann ausschl\u00e4gt und von der Norm abweicht. Es mag sein, dass jemand auf Twitter bestimmten Karrierekan\u00e4len folgt, auf Facebook bestimmte Karriereseiten liket oder auf LinkedIn sein Profil aktualisiert. All das sind Spuren, die man willentlich hinterl\u00e4sst, die letztendlich ausgewertet werden k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"copytext\"><strong>Das ungeliebte W\u00f6rtchen Datenschutz<\/strong><\/p>\n<p class=\"copytext\">In Deutschland sei der Datenschutz strenger als in den USA oder England, sagt Pr\u00f6hm. Und der Fokus von Joberate liege nicht darauf, zu schauen, wer als n\u00e4chstes k\u00fcndigt. Es gehe mehr darum, herauszufinden, wer sich f\u00fcr neue Jobs interessiert und wen welche Firma anwerben kann, weil sie gut zusammenpassen &#8211; zumindest laut Datensatz.<\/p>\n<p class=\"copytext\">Ein fahler Beigeschmack bleibt, denn: Mit meinen Daten werde ich berechenbar f\u00fcr andere. Aus Daten, die ich vielleicht unbewusst mal irgendwo hinterlassen habe, werden Entscheidungen \u00fcber mich getroffen. Ziemlich gruselige Vorstellung. Und dass dazu auch Daten genutzt werden, bei denen ich nicht im Entferntesten daran dachte, damit irgendetwas jobm\u00e4\u00dfiges \u00fcber mich preiszugeben, ist gar nicht mehr so unrealistisch. Die Studie von LinkedIn und Bitkom hat rausgefunden, dass viele Firmen bei uns Daten aus sozialen Netzwerken zwar noch nicht so sehr nutzen, aber es gerne w\u00fcrden.<\/p>\n<p class=\"copytext\">Das glaubt auch Tim Pr\u00f6hm:<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"copytext\"><em>Ich glaube nicht, dass die Firmen sagen, sie wollen es nicht. Ich glaube, es l\u00e4uft h\u00e4ufig darauf hinaus, dass man es nicht kann. Denn die Jobbezeichnung des Data Scientist gibt es noch nicht allzu lange. Das ist glaube ich das gr\u00f6\u00dfte Problem, das wir in Deutschland aktuell sehen: Dass es eine Vielzahl an Daten und Informationen gibt in den internen Systemen der Unternehmen, aber niemand hat es bisher geschafft, die zu verkn\u00fcpfen.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"copytext\">Firmen in Deutschland sind gerade erst dabei, Big Data f\u00fcr sich zu entdecken. Und es wird mehr: Die International Data Corporation hat ausgerechnet, dass das <a class=\"link_external\" title=\"idc.com [neues Fenster]\" href=\"http:\/\/www.idc.com\/getdoc.jsp?containerId=prUS24542113\" rel=\"external\">Big Data-Gesch\u00e4ft bis 2017 ordentlich w\u00e4chst<\/a> &#8211; um etwa ein Drittel pro Jahr.<\/p>\n<p class=\"copytext\">Den Originalartikel mit zahlreichen Zusatzinfos und Klicktipps finden Sie bei<a href=\"http:\/\/www.br.de\/puls\/themen\/netz\/do-not-track-big-data-in-firmen-100.html\" target=\"_blank\"> PULS<\/a>, dem Jugendprogramm des Bayerischen Rundfunks.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2,5 Trillionen Byte Daten produzieren wir jeden Tag weltweit. Auch im Job wird Big Data immer wichtiger &#8211; manche Firmen rechnen sogar aus, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass wir k\u00fcndigen. Ein Beitrag von Anne Hemmes\u00a0(PULS). 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