{"id":10811,"date":"2015-05-12T11:18:41","date_gmt":"2015-05-12T11:18:41","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.donottrack-doc.com\/?p=10811"},"modified":"2015-05-18T11:34:18","modified_gmt":"2015-05-18T11:34:18","slug":"anti-tracking-dienste-surfen-ohne-verfolgt-zu-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.donottrack-doc.com\/de\/anti-tracking-dienste-surfen-ohne-verfolgt-zu-werden\/","title":{"rendered":"Anti-Tracking-Dienste: Surfen, ohne verfolgt zu werden"},"content":{"rendered":"<p><strong>Auf welchen Seiten surfe ich, welche Videos schaue ich und welche Produkte suche ich? Sogenannte Tracker verfolgen uns im Netz, um das herauszufinden. Dabei ist es gar nicht so schwer, anonym zu bleiben &#8211; auch mit dem Smartphone. Ein Beitrag von Hardy Funk (<a href=\"http:\/\/www.br.de\/puls\/themen\/netz\/anti-tracking-dienste-anonym-surfen-fuer-dummys-100.html\" target=\"_blank\">PULS<\/a>).<\/strong><\/p>\n<p class=\"copytext\">Sie hei\u00dfen Doubleclick, Nugg.Ad oder ChartBeat: Sogenannte Tracker, die uns im Netz auf Schritt und Tritt folgen. Manchmal schicken sie Analyse-Daten an die Betreiber von Webseiten. Meistens aber helfen sie Werbefirmen zur gezielten Schaltung ihrer Werbung und mindestens genauso oft haben Google oder Facebook ihre Finger im Spiel. Auf Datenschutz wird oft verzichtet. Aber man kann sich gegen Tracker wehren. Und daf\u00fcr muss man kein Tech-Nerd sein. Manchmal reicht ein H\u00e4kchen in Browser, manchmal ein ruckzuck installiertes Add-On. Und auch mit dem Smartphone kann man anonymer unterwegs sein. Wir zeigen euch, wie es geht.<\/p>\n<div class=\"clearFix\"><strong>Do Not Track und der &#8222;Porno-Modus&#8220;<\/strong><\/div>\n<p class=\"copytext\">Der erste Schritt in Richtung anonymes Surfen ist denkbar einfach: Mit einem Klick kann man im Browser die Do-Not-Track-Funktion aktivieren. Damit \u00fcbermittelt man Webseiten den Wunsch, nicht getrackt zu werden. Das funktioniert bei Google Chrome genauso wie bei Firefox, Opera, Internet Explorer und Safari.<\/p>\n<p class=\"copytext\">Der Haken: Man w\u00fcnscht sich, nicht getrackt zu werden &#8211; aber dieser Wunsch wird nur in den seltensten F\u00e4llen erf\u00fcllt. Denn Seitenbetreiber sind nicht verpflichtet, die Do-Not-Track-Funktion zu respektieren.<\/p>\n<p class=\"copytext\">Dann gibt es noch die Privatssph\u00e4re-Funktion der Browser, auch &#8222;Porno-Modus&#8220; genannt. Die hei\u00dft bei Chrome &#8222;Inkognito-Modus&#8220;, bei Firefox und Safari &#8222;privates Fenster&#8220; bzw. &#8222;privates Surfen&#8220; und beim Internet Explorer &#8222;InPrivate Browsen&#8220;. Bedeuten tut sie immer das Gleiche: Surft man &#8222;privat&#8220;, speichert der Browser keinen Verlauf, keine Cookies und keine Such- und Formulareingaben. Der Freund oder die Freundin k\u00f6nnen also nicht sehen, was man im Internet alles so treibt.<\/p>\n<p class=\"copytext\">Andere Webseiten k\u00f6nnen das aber noch: Die Privatssph\u00e4re-Funktion verhindert nicht, dass auf den Servern der <a class=\"link_audio contenttype_standard\" title=\"zum Audio\" href=\"http:\/\/www.br.de\/puls\/themen\/netz\/tracking-wer-verfolgt-mich-da-102.html\">Webseiten und Tracker Daten \u00fcber mich gesammelt und gespeichert werden<\/a>. F\u00fcr einen verl\u00e4sslichen Schutz <a class=\"link_external\" title=\"Do Not Track [neues Fenster]\" href=\"https:\/\/episode2.donottrack-doc.com\/de\/\" rel=\"external\">reichen die browsereigenen Funktionen nicht aus<\/a>. Aber es gibt eine fast genau so einfache Alternative: Anti-Tracking-Add-Ons.<\/p>\n<hr \/>\n<p class=\"copytext\"><em>Auf dem Smartphone funktioniert das genauso wie bei jedem Browser &#8211; und ist genauso wirkungslos.<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p class=\"copytext\"><strong>Ghostery<\/strong><\/p>\n<p class=\"copytext\">Eines der beliebtesten Anti-Tracking-Add-Ons ist Ghostery. Es ist mit zwei Klicks installiert und kann ordentlich schockieren: Denn Ghostery zeigt, welche Tracker auf jeder Homepage aktiv sind. Und das sind einige: 14 bis 17 bei Vice und S\u00fcddeutscher Zeitung, drei bis sechs bei Zalando oder Frontlineshop und sogar zwei bei PULS (welche und warum, erkl\u00e4ren wir weiter unten). Bei Google, Facebook, Twitter und YouTube werden wir dagegen h\u00f6chstens von ein oder zwei Trackern verfolgt. Eine tr\u00fcgerische Zur\u00fcckhaltung, denn immerhin flie\u00dfen die meisten Daten der Tracker auf anderen Seiten an genau diese Unternehmen.<\/p>\n<p class=\"copytext\">Nach dem Schock folgt aber schnell das Aufatmen: All diese Tracker kann man mit wenigen Klicks einzeln, nach Kategorien oder komplett blocken. Das Surfen selbst wird dabei kaum beeintr\u00e4chtig. Im Gegenteil: Die Seiten sind &#8211; ein angenehmer Nebeneffekt &#8211; gr\u00f6\u00dftenteils von Werbung befreit und die Inhalte werden sogar minimal schneller angezeigt. L\u00e4dt eine Seite doch einmal nicht, kann man mit einem Klick eine einmalige oder permanente Ausnahme hinzuf\u00fcgen &#8211; allerdings wird man in diesem Moment auch wieder getrackt.<\/p>\n<p class=\"copytext\">Trotzdem steht Ghostery seit einiger Zeit in der Kritik: Denn wer das Feature &#8222;Ghostrank&#8220; aktiviert, sendet Daten \u00fcber die gefundenen Tracker an den Ghostery-Inhaber Evidon. Das Unternehmen nutzt diese Daten, um anderen Firmen Software rund um Tracking zu verkaufen. Der User muss diese Funktion zwar erst aktivieren und Evidon beteuert auch, die Daten stets zu anonymisieren, ein fahler Beigeschmack bleibt aber trotzdem. Auch, weil der Quellcode des Add-Ons nicht offen einsehbar ist.<\/p>\n<hr \/>\n<p class=\"copytext\"><em>Auf dem Smartphone gibt es <a class=\"link_external\" title=\"addons.mozilla.org [neues Fenster]\" href=\"https:\/\/addons.mozilla.org\/de\/android\/addon\/ghostery\/\" rel=\"external\">Ghostery<\/a> f\u00fcr iOS und Android. Als Browser-Add-On f\u00fcr den Firefox f\u00fchrt es dort allerdings oft zu Abst\u00fcrzen. Anders in der Version als eigenst\u00e4ndiger Browser: Der kann durchaus mit den Gro\u00dfen mithalten, bietet mehrere Tabs, Lesezeichen und die g\u00e4ngigen Share-Optionen. Wie bei der Desktop-Version kann man dort alle oder einzelne Tracker blocken und den Verlauf l\u00f6schen lassen.<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p class=\"copytext\"><strong>Disconnect<\/strong><\/p>\n<p class=\"copytext\">Die Schw\u00e4che von Ghostery ist die St\u00e4rke von Disconnect: Das Add-On ist im Gegensatz zu Ghostery quelloffen. Das hei\u00dft, jeder mit den entsprechenden Kenntnissen kann den Quellcode einsehen und versteckte Hintert\u00fcren oder Sicherheitsl\u00fccken aufdecken.<\/p>\n<p class=\"copytext\">Ein Vorteil, vor allem weil Disconnect genauso schnell und einfach installiert ist wie Ghostery und \u00e4hnlich funktioniert. Auch hier gibt es einen Counter, der die erschreckend hohe Zahl von Trackern z\u00e4hlt. Auch hier kann man sich die Tracker anzeigen lassen und entweder einzeln, nach Kategorien oder komplett blocken. Der Counter schl\u00e4gt zwar aufgrund einer anderen Z\u00e4hlweise noch weiter nach oben aus und die App macht in Chrome und Safari optisch mehr her &#8211; im Endeffekt findet der Dienst aber die gleichen Tracker, bietet die gleichen Informationen und die gleichen Funktionen.<\/p>\n<hr \/>\n<p class=\"copytext\"><em>Auf dem Smartphone gibt es Disconnect f\u00fcr iOS und Android als eigenst\u00e4ndige App. Android-User d\u00fcrfen sich schon w\u00e4hrend der Installation wie Staatsfeinde f\u00fchlen: Weil Google die<a class=\"link_external\" title=\"businessinsider.com [neues Fenster]\" href=\"http:\/\/www.businessinsider.com\/why-google-banned-connect-mobile-2014-8?IR=T\" rel=\"external\">App schon zweimal<\/a> aus seinem <a class=\"link_external\" title=\"cnet.com [neues Fenster]\" href=\"http:\/\/www.cnet.com\/news\/disconnect-mobile-yanked-again-from-google-play\/\" rel=\"external\">App-Store Google Play geworfen hat<\/a>, muss man in den Einstellungen das Installieren von Apps unbekannter Herkunft erlauben und die App anschlie\u00dfend im Browser downloaden. Danach kann man sich zwischen der kostenlosen und kostenpflichtigen Variante entscheiden. Leider bietet die kostenlose Variante deutlich weniger als die Desktop-Version: Hier kann man nur sehen, welche Tracker sich auf einer Seite befinden, davor gesch\u00fctzt ist man nicht. Die App versteht sich auch nicht als voll funktionsf\u00e4higer Browser &#8211; was angesichts fehlender Features wie Adressleiste, Zoom oder Tabs auch vermessen w\u00e4re. Will man also Schutz vor Trackern und das auch in anderen Browsern, muss man sich die Bezahl-Variante f\u00fcr 5 US-Dollar (4,48 Euro) im Monat holen.<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p class=\"copytext\"><strong>NoScript und ScriptSafe<\/strong><\/p>\n<p class=\"copytext\">Noch weiter als Ghostery und Disconnect gehen die Add-Ons NoScript (f\u00fcr Firefox) und ScriptSafe (f\u00fcr Chrome). Statt nur ausgew\u00e4hlte Tracker zu blocken, blocken sie jede Art von JavaScript, Java, Flash und anderen Plugins auf Webseiten. Auch das verhindert effektiv Tracking, f\u00fchrt aber auch genauso oft zum Zusammenbruch der jeweiligen Seite.<\/p>\n<p class=\"copytext\">Wer NoScript beziehungsweise ScriptSafe nutzen will, sollte deshalb Spa\u00df daran haben, f\u00fcr jede Website festzulegen, welche Scripts erlaubt sind und welche weiterhin geblockt werden. Wobei die Sache dadurch komplizierter wird, dass die Dienste nicht sagen, welche Scripts f\u00fcr eine Seite wichtig sind, welche tracken und welche eigentlich ein komplett harmloses Dasein fristen.<\/p>\n<hr \/>\n<p class=\"copytext\"><em>Auf dem Smartphone gibt es NoScript beziehungsweise ScriptSafe bisher nicht. Man findet lediglich eine Version von NoScript f\u00fcr den mobilen Firefox -aber auch die ist mit dem aktuellen Browser nicht kompatibel.<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p class=\"copytext\"><strong>AddBlock Plus<\/strong><\/p>\n<p class=\"copytext\">Weil mittlerweile so gut wie jede Werbung im Netz gleichzeitig die User trackt, sind Anti-Tracking-Dienste wie Ghostery, Disconnect oder NoScript auch effektive Werbekiller. Und andersherum funktionieren Werbe-Blocker einwandfrei als Anti-Tracking-Tools. Beispielsweise das seit Jahren beliebte Add-On &#8222;AdBlock Plus&#8220;. Urspr\u00fcnglich programmiert, um Popups, Banner und Werbung, die sich von links, rechts, unten und oben einschiebt zu bek\u00e4mpfen, ist es heute ein ebenso gutes Anti-Tracking-Tool.<\/p>\n<p class=\"copytext\">Die Installation geht schnell und einfach, danach wird es aber kurz tricky: Denn AdBlock Plus funktioniert \u00fcber Filter-Listen. Ein ausreichender Werbe-Filter ist voreingestellt. Beim Hinzuf\u00fcgen von Filtern, die reine Tracking-Scripte, Cookies oder Social Plugins wie den Facebook-Button blocken, verzweifelt man aber so lange, bis man die nirgendwo <a class=\"link_external\" title=\"adblockplus.org [neues Fenster]\" href=\"https:\/\/adblockplus.org\/de\/features\" rel=\"external\">verlinkte Feature-Seite<\/a> gefunden hat. Dann allerdings geht alles wieder ganz schnell und einfach. Einen kleinen Rest schlechtes Gewissen sollte man bei Werbe-Blockern wie AdBlock Plus aber auch haben: Schlie\u00dflich killt man damit oft die einzige Finanzierungsm\u00f6glichkeit der betroffenen Webseiten.<\/p>\n<hr \/>\n<p class=\"copytext\"><em>Auf dem Smartphone gibt es AdBlock Plus offiziell nicht mehr. 2012 wurde es medienwirksam mit allen anderen Werbe-Blockern aus dem Play Store von Google geschworfen. F\u00fcr iPhones\u00a0gab es erst gar keine App. Seitdem gibt es die App f\u00fcr Android-Ger\u00e4te wie im Fall von Disconnect nur noch per Download via Browser. F\u00fcr Apple-User gibt es das Safari-Add-On Adblock, das einen \u00e4hnlich guten Job macht.<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p class=\"copytext\"><strong>Keine hundertprozentige Anonymit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p class=\"copytext\">Egal ob Ghostery, Disconnect, NoScript oder AdBlock Plus: All diese Dienste verhindern effektiv, dass man von Dritten getrackt wird. Im Fall von Ghostery und Disconnect sogar denkbar einfach. Man muss schon lange kein Tech-Nerd mehr sein, um sich erfolgreich gegen die Datensammelwut der Werbefirmen zu wehren. Ghostery macht das als eigenst\u00e4ndige App auch auf dem Smartphone schon ganz gut. Die anderen Anbieter hinken bei Apps noch ein wenig hinterher.<\/p>\n<p class=\"copytext\">Trotzdem surft man damit noch lange nicht anonym: Auch mit Anti-Tracking-Diensten werden der Webseite, die man besucht, die IP-Adresse, die Browser-Version, der Ort und im Extremfall sogar die installierten Add-Ons und die verwendete Schriftart \u00fcbermittelt. Aber eben auch nur dieser Webseite und nicht mehr. Damit kann man dann allerdings trotzdem wieder identifiziert werden. Auch Geheimdienste wie die NSA, der GCHQ oder der BND kommen noch an Informationen. Will man das verhindern, muss man auf etwas kompliziertere Dinge wie VPN-Clients oder den Tor-Browser zur\u00fcckgreifen.<\/p>\n<p class=\"copytext\">Anti-Tracking-Dienste sind deshalb nicht die endg\u00fcltige L\u00f6sung des Problems. Aber im Moment der einfachste Weg, sich zumindest ein bisschen Privatheit im Netz zur\u00fcckzuholen.<\/p>\n<p class=\"copytext\"><a href=\"http:\/\/www.br.de\/puls\/themen\/netz\/anti-tracking-dienste-anonym-surfen-fuer-dummys-100.html\">Den Originalartikel<\/a> mit zahlreichen Klicktipps und zus\u00e4tzlichen Inhalten zum Thema finden Sie bei <a href=\"http:\/\/www.br.de\/puls\/themen\/netz\/anti-tracking-dienste-anonym-surfen-fuer-dummys-100.html\">PULS<\/a>, dem Jugendprogramm des Bayerischen Rundfunks<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf welchen Seiten surfe ich, welche Videos schaue ich und welche Produkte suche ich? Sogenannte Tracker verfolgen uns im Netz, um das herauszufinden. Dabei ist es gar nicht so schwer, anonym zu bleiben &#8211; auch mit dem Smartphone. Ein Beitrag von Hardy Funk (PULS). 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