{"id":10493,"date":"2015-05-10T11:00:09","date_gmt":"2015-05-10T11:00:09","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.donottrack-doc.com\/?p=10493"},"modified":"2015-05-12T08:14:21","modified_gmt":"2015-05-12T08:14:21","slug":"wir-wissen-wo-du-bist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.donottrack-doc.com\/de\/wir-wissen-wo-du-bist\/","title":{"rendered":"Wir wissen, wo du bist"},"content":{"rendered":"<p><strong>Bewegungsprofile sind wertvoll, sowohl f\u00fcr Werbetreibende als auch f\u00fcr Geheimdienste, Polizei oder andere Neugierige. Positionsdaten k\u00f6nnen n\u00fctzlich sein, aber auch t\u00f6dlich. Mobile Ger\u00e4te bieten allerlei M\u00f6glichkeiten, den genauen Standort eines Benutzers zu verraten. Sie sind quasi eine Fu\u00dffessel, die jeder freiwillig mit sich tr\u00e4gt. Ein Artikel von <a href=\"http:\/\/www.golem.de\/specials\/autor-joerg-thoma\/\" target=\"_blank\">J\u00f6rg Thoma von Golem<\/a>.<\/strong><\/p>\n<p>Dass fast alle Smartphones oder Tablets einen GPS-Empf\u00e4nger haben, d\u00fcrfte jeder wissen. Googles Kartendienst nutzt ihn und ermittelt so, wo der Verkehr gerade stockt. Befinden sich gerade viele unbewegliche Ger\u00e4te auf einem Stra\u00dfenabschnitt, warnt die Anwendung vor einem Stau, meist sogar schneller und pr\u00e4ziser als die Verkehrsmeldungen im Radio. Soziale Medien verwenden GPS, um Freunde in der N\u00e4he zu suchen. Der Diebstahlschutz von Google und Apple verl\u00e4sst sich darauf. Das GPS-Modul l\u00e4sst sich immerhin ausschalten.<\/p>\n<p>Neugierige k\u00f6nnen dann allerdings eine Person immer noch verfolgen und dabei selbst unsichtbar bleiben &#8211; mit dem aktivierten Bluetooth. Auch wenn die Reichweite recht gering ist: Wer ein drahtloses Headset mit seinem Smartphone benutzt, hat Bluetooth immer eingeschaltet. Auch auf anderen Ger\u00e4ten funkt Bluetooth meist unentwegt. Fernseher, Blu-ray-Player oder Laptops \u00fcbertragen dabei oft sogar ihren Markennamen. Wer vor einer Wohnung steht, in der Bluetooth-Ger\u00e4te funken, kann herausfinden, ob sich ein Einbruch dort lohnt. Bluetooth l\u00e4sst sich ebenfalls meist ausschalten \u2013 man muss nur wissen, wie.<\/p>\n<p>Dann w\u00e4re da noch das drahtlose Internet. K\u00fcrzlich hat ein Sicherheitsexperte seinem streunenden Kater einen WLAN-Empf\u00e4nger umgebunden. Nach ein paar Tagen konnte er eine Karte erstellen, auf der er vermerkte, welche Nachbarn das Tier am liebsten besucht. Mobile Ger\u00e4te speichern eine Liste aller WLANs, in die sich jemand eingebucht hat, einige sogar alle, an denen man vorbeigekommen ist. Auch daraus l\u00e4sst sich ein Bewegungsprofil erstellen. Aber auch das WLAN kann man ja deaktivieren.<\/p>\n<p>Wer alle bis hierhin erw\u00e4hnten Netzwerkger\u00e4te ausschaltet, kann immerhin noch gefahrlos telefonieren, ohne verfolgt zu werden, oder?<\/p>\n<p><strong>Mitnichten!<\/strong><\/p>\n<p>Gegen eine geringe Bezahlung erh\u00e4lt fast jeder nahezu m\u00fchelos Zugang zu dem Teil des weltweiten Mobilfunknetzwerks, der f\u00fcr die Vermittlung von Gespr\u00e4chen oder SMS zust\u00e4ndig ist. Mit ein wenig technischem Know-how kann die Position eines jeden Mobilfunkteilnehmers weltweit ermittelt werden.<\/p>\n<p>Wer daf\u00fcr kein Geld ausgeben will, entwickelt eine App, die den Akkuverbrauch misst. Das geht schnell und das Zielobjekt bemerkt gar nicht, dass es verfolgt wird. Je weiter weg sich ein Mobiltelefon von einer Basisstation befindet, desto mehr Energie wird gebraucht, um die Verbindung herzustellen. Werden diese Messungen mit vorhandenen (Daten ?) verglichen, l\u00e4sst sich der zur\u00fcckgelegte Weg rekonstruieren. Mit Hilfe von bereits erstellten Bewegungsprofilen kann sogar vorausgesagt werden, wohin jemand gehen will.<\/p>\n<p>Aber wer w\u00fcrde einen solchen Aufwand betreiben und warum? F\u00fcr Werber sind Bewegungsprofile durchaus interessant. Legen viele Menschen mit \u00e4hnlichen Interessen den gleichen Weg zur\u00fcck, k\u00f6nnen dort etwa gezielt Plakate platziert werden. Der dystopische Zukunftsfilm<em> Minority Report<\/em> machte es vor: Hologramme begr\u00fc\u00dfen vorbeilaufende Passanten mit Namen und locken sie in ihre Gesch\u00e4fte.<\/p>\n<p>Aber vor allem die Sicherheitsindustrie nutzt diese Mittel, um ihre Software zu erweitern. Eltern wissen so immer, wo sich ihre Kinder gerade befinden, Ehepartner k\u00f6nnen sich gegenseitig \u00fcberwachen, wenn sie einander misstrauen. Repressive Staaten \u00fcberwachen unliebsame B\u00fcrger. Ganz zu schweigen von Geheimdiensten, die ohnehin alles \u00fcber jeden wissen wollen. Es ist ein Milliardengesch\u00e4ft, das auch t\u00f6dlich sein kann. Manch ein mutma\u00dflicher Terrorist wurde erst durch eine Drohne aufgesp\u00fcrt, nachdem er sein Mobilfunkger\u00e4t eingeschaltet hatte.<\/p>\n<p>Ein Smartphone ohne GPS, Bluetooth, WLAN und Mobilfunk ist aber nahezu nutzlos. Und selbst im ausgeschalteten Zustand kann es den Nutzer verraten. Dazu m\u00fcssen nur die Daten analysiert werden, die Apps in ihrem Cloudspeicher gesammelt haben. Vielleicht ist der nicht ganz ernst gemeinte Rat, der oft auf Sicherheitskonferenzen kursiert, doch die richtige L\u00f6sung: Wirf es weg und lauf so schnell du kannst!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bewegungsprofile sind wertvoll, sowohl f\u00fcr Werbetreibende als auch f\u00fcr Geheimdienste, Polizei oder andere Neugierige. Positionsdaten k\u00f6nnen n\u00fctzlich sein, aber auch t\u00f6dlich. Mobile Ger\u00e4te bieten allerlei M\u00f6glichkeiten, den genauen Standort eines Benutzers zu verraten. 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